Hände halten einen Sandhaufen

Was Gott über dich denkt

Jürgen Ferrary
19. November 2025

Was ist dir wirklich wichtig im Leben? Wenn man sich viele Menschen anschaut, könnte man meinen: Das Wichtigste ist ihnen, wie andere über sie denken. Kaum jemand würde das offen zugeben – aber die Art, wie wir reden, uns kleiden, auftreten, Entscheidungen treffen, zeigt: Wir tun unglaublich viel dafür, akzeptiert zu werden.

Für mich ist – auch wenn das sehr fromm klingt – inzwischen eine andere Frage viel entscheidender:
Was denkt Gott über mich?

Menschen kommen und gehen. Beziehungen verändern sich, Freundschaften verlaufen sich, Wege trennen sich. Neue Menschen treten in unser Leben, andere verschwinden. Wenn ich mich ständig nach ihnen ausrichten müsste… puh. Da wäre ich dauerhaft erschöpft.

Gott aber bleibt. Und Gottes Liebe bleibt.

Ganz egal, wo ich gerade im Leben stehe, was ich tue, wie ich mich kleide oder wie gut ich funktioniere — seine Liebe ist unveränderlich.

Als ich das verstanden habe, war das wie ein heilender Schlag ins Herz. Denn meine Mutter hat mir immer wieder – unausgesprochen oder sehr deutlich – signalisiert, dass sie mich eigentlich gar nicht wollte. Und trotzdem habe ich alles gegeben, um ihre Liebe zu verdienen. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: kämpfen, leisten, anpassen, in der Hoffnung, irgendwann angenommen zu sein.

Umso befreiender war es, zu entdecken: Ich werde geliebt — und deswegen verändere ich mich. Nicht: Ich verändere mich, um geliebt zu werden.

Ich muss nichts bringen, nichts leisten, nichts vorweisen, um mir Gottes Liebe zu verdienen. Im Titusbrief heißt es: „Jesus … hat uns vor Gott gerecht gemacht“ (Titus 3,7).

Vielleicht hast du auch um die Anerkennung deiner Eltern gerungen. Bei Gott ist diese Frage längst geklärt. Was Jesus für dich am Kreuz getan hat, macht dich nicht nur „ausreichend“ — es macht dich wertvoll. Und zwar unwiderruflich.

Vor ein paar Tagen hörte ich in einer Predigt einen Satz, der mich getroffen hat: Wir sagen Menschen viel zu oft: „Ich liebe dich, weil …“ Aber dann lieben wir nicht den Menschen, sondern das „Weil“.
Gott liebt ohne Weil. Ohne Bedingungen. Ohne Hintertür.

Der Prophet Jesaja sagt es so kraftvoll: Berge mögen einstürzen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu dir wird nie erschüttert“ (Jesaja 54,10).

Man könnte es modern so sagen: Du kannst nichts tun, was Gott davon abhalten würde, dich zu lieben — weil seine Liebe nicht auf deinem Verhalten basiert, sondern auf seinem Wesen.

Ja, Gott hasst die Sünde. Aber er liebt den Menschen. Deshalb hat Jesus den Preis der Sünde längst bezahlt — schmerzhaft am Kreuz — damit nichts mehr zwischen dir und Gott steht, wenn du dieses Geschenk annimmst.

Römer 8,1 sagt: „Es gibt keine Verurteilung mehr für die, die zu Christus Jesus gehören.“

Gott ist nicht wie eine nachtragende Mutter, ein nachtragender Ehepartner oder jemand, der dir alte Fehler immer wieder vorhält. Göttliche Vergebung bedeutet: getilgt. vergeben. vergessen.

Und wenn du einmal schaust, was den Wert einer Sache bestimmt, sind es zwei Dinge: Wem sie gehört. Und was jemand bereit war, dafür zu bezahlen.

Und jetzt denk an dich:
Du gehörst Gott.
Und er hat das Wertvollste gegeben, das er hatte: seinen Sohn.

Wie könnte jemand, der so teuer erkauft wurde, wertlos sein?

Wenn dein Herz begreift, wie angenommen, geliebt, vergeben und kostbar du bist – vom Schöpfer des Universums selbst – dann wirst du fähiger, diese Liebe weiterzugeben und echte Beziehungen zu leben.

Herausforderung für heute: Schau dir etwas an, das dir wertvoll ist. Warum bedeutet es dir so viel?
Und dann übertrage diesen Gedanke auf dich: Du bist ein Kind Gottes und „bist von Christus teuer erkauft worden“ (1. Korinther 7,23). Sprich heute mit Gott darüber, was das in deinem Herzen bewegt.

Sei gesegnet!

„Die wichtigste Beziehung in deinem Leben ist die zu dir selbst“ (Diane von Fürstenberg).

Mehr Gedanken

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner
Warning